Kaminbrand
Einsatzart: Kaminbrand
Kurzbericht: Flammen schlagen aus dem Kamin
Einsatzort: Nethestraße in Ottbergen
Alarmierung: Alarmierung per Meldeempfänger
am Donnerstag, 14.02.2013 um 19:22 Uhr
Einsatzende: 14.02.2013 um 21:15 Uhr
Einsatzleiter: Martin Weskamp (Löschzug 5)
Fahrzeuge am Einsatzort: TSF (außer Dienst)   DLK23-12 (außer Dienst)   HLF10  
Alarmierte Einheiten:
Einsatzmeldung:
  • Brand 1 - Kaminbrand - Flammen schlagen aus Kamin
Einsatzlage:
  • Bei Eintreffen der Feuerwehr schlagen noch Funken aus dem Kamin eines alten Fachwerkhauses
  • Der Funkenflug ließ jedoch schnell nach
  • Die Glut im Kamin brannte rasch von alleine aus 
Maßnahmen:
  • Erkundung der Einsatzstelle
  • Überwachung der Stockwerke mit Kleinlöschgerät
  • Nachforderung eines Schornsteinfegers
  • Drehleiter aus Höxter konnte abdrehen
  • Unterstützung des Schornsteinfegers
  • Kamin freigefegt und Schlacke ausgeräumt
Zusatzinfo:

Einsatzbearbeitung: TKu /

Einsatzfotos: Chris Schmitz und Dominik Brockmann

* Hinweis zur Veröffentlichung von Einsatzfotos

 

ACHTUNG: Hinweis Feuerwehr und Bevölkerung

Quelle: Schornsteinfeger-Innung

In der letzten Zeit häufen sich die Schornsteinbrände. Durch die derzeitige kalte Witterung und die Verteuerung von Öl und Gas heizen viele Wohnungseigentumer häufiger mit Holz und Kohle. Mancher baut seine Ölheizung um auf Betrieb mit festen Brennstoffen. Aber auch zahlreiche offene Kamine, Öfen und Kaminöfen sind wieder aufgestellt worden. Bei der Verfeuerung von Holz und Kohle fällt zwangsläufig mehr Ruß an. Bei der Verbrennung von festen Brennstoffen in Warmwasserkesseln ist die Verrußung noch stärker. Die Feuerungstemperatur im Kessel wird durch den Wassermantel dauernd abgesenkt, dadurch verbrennt der Brennstoff ungenügend. Hinzu kommt noch, dass im luftgetrockneten Holz noch immer mindestens 30 % Feuchtigkeit enthalten sind. Oftmals sind die Rauchrohre zu lang und nicht isoliert. Auch lassen viele Schornsteine in Bezug auf die Isolierung zu wunschen übrig. Das sind Grunde dafür, dass die feuchten Rauchgase mit Ruß vermischt, sich im Rohr und Schornstein absetzen. Ruß ist fast reiner Kohlenstoff. Bei einem Schornsteinbrand entstehen Temperaturen von über 1000 Grad Celsius, die schon manchen Schornstein haben reißen lassen, so dass ein Brand im Gebäude entstand.

1. Anfangsphase
Hierbei zieht starker Rauch aus der Schornsteinmündung. Die Hausbewohner sollten Türen und Fenster schließen, das Haus verlassen und die Feuerwehr sowie wenn möglich den zuständigen Bezirksschornsteinfeger rufen. Der Ruß ist noch feucht, die Temperatur beträgt ca. 600 Grad Celsius

2. Durchbrandphase
Jetzt lässt der Rauch nach, hört ganz auf und die Flammen schlagen über die Schornsteinmundung hinaus, ca. 1000 Grad Celsius

3. Nachheizphase
Der Durchbrand ist bis zum Mauerwerk erfolgt. Bei der Durchbrandphase besteht die Gefahr, dass sich der Ruß aufbläht, und zwar um das Siebenfache. Dadurch verengt sich der lichte Querschnitt und die Hitze kann nicht entweichen. Jetzt kann das Gebäude im Nu verqualmen. Es muss sofort eine Kette mit Kugel von der Schornsteinmündung herabgelassen werden, die den verengten Schornsteinquerschnitt vom aufgeblähten Ruß befreit. Geschieht das nicht, kann der Schornstein durch den Hitzestau reißen oder es kann zu Verpuffungen kommen. Die größte Gefahr besteht für das Gebäude in der Nachheizphase. Jetzt dringt die Hitze vom Schornsteininnern nach außen. Außer der Feuerwehr sollte bei einem Schornsteinbrand in jedem Fall der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister benachrichtigt werden. In den einzelnen Geschossen müssen Brandwachen aufgestellt werden, möglichst mit Kübelspritzen. In den Schornstein darf weder Wasser noch Pulver gespritzt werden. Es würde wegen der größten Hitze zu schlagartigen Volumenvergrößerungen kommen, die das Schornsteinmauerwerk reißen lassen. Möbel oder Bilder, die sich am Schornstein befinden, müssen abgerückt oder entfernt werden. Bei Fachwerk- oder Holzgebäuden ist die Gefahr besonders groß. Auch die immer wieder anzutreffenden Holzverschalungen sind eine Gefahr bei einem Rußbrand.

Vorbeugende Maßnahmen sind die regelmäßige Reinigung der Rauchrohre und Schornsteine und eine Sichtprüfung und Rauchdruckprobe der Schornsteine durch den Bezirksschornsteinfegermeister vor der Inbetriebnahme. Kein feuchtes frisches Holz, nur trockenes Holz verwenden! Ein Kaminbrand kann sich dennoch nie ganz vermeiden lassen, gerade alte Häuser sind dafür sehr anfällig, wie auch in diesem Fall.

Ungefährer Einsatzort: